ERKELENZ

September 14, 2023

Neues Hotel aus Überseecontainern bietet unkaputtbare Nachhaltigkeit

In Erkelenz hat jetzt das erste Hotel eröffnet, das komplett aus ausrangierten Seecontainern besteht. Mit ihrer außergewöhnlichen Idee wollen die drei Gründer von TIN INN den tatsächlichen Bedarf im Bereich der Hotellerie decken. Die stählerne Herberge kommt mit einem Hotelmanager und zwei Reinigungskräften aus.

Text: Holger Berners | Fotos: TIN INN GmbH Stefan Hohloch

Der Grundgedanke von Ivan MallinowsKi, Michael Haiser und Nico Sauerand basiert auf einem innovativen Hotel-Konzept, das auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung setzt. Vor allem in kleineren Städten mit 40.000 bis 50.000 Einwohnern und in industriellen Ballungszentren sollen in naher Zukunft weitere Hotels der Marke TIN INN entstehen. „Die Idee stammt aus dem wirklichen Leben“. er innert sich CEO Nico Sauerland an die Planungsphase. Gemeinsam haben wir das erfunden, nachdem wir selbst vergeblich gesucht haben. Für uns war es in der Vergangenheit immer sehr schwierig, Geschäftspartner, Kollegen oder Freunde gut unterzubringen.“ Dabei waren die drei „B“ bei der Umsetzung sehr wichtig: ein richtig gutes Bett, ein sauberes und geraumiges Bad sowie ein riesiger Bild schirm mit Highspeed W-LAN, der auch mit den eigenen Geraten des Gastes verbunden werden kann. 

Alle Prozesse sind im Sinne des Gastes digital gesteuert.

Nico Sauerland ist einer der drei Gründer von TIN INN
TIN INN Erkelenz Zimmer
Die drei Gründer Michael Haiser, Nico Sauerland und Ivan Malinowski

Herausgekommen ist eine Übernachtungsmöglichkeit, die komplett digital konzipiert wurde und so dem Gast die Übernachtung von Anfang an erleichtert. Von der Buchung über den digitalen Zimmerschlüssel bis zur Abrechnung werden alle Prozesse im TIN INN digital gesteuert. So profitieren die Gäste von einem unabhängigen und flexiblen Aufenthalt. „Für uns ist das Thema Nachhaltigkeit eine echte
Herzensangelegenheit“, versichert Michael Haiser. Dabei wollen wir nicht bekehren oder mit dem erhobenen Zeigefinger belehren. Unser Anliegen ist es, den Gästen mindestens den Komfort zu bieten, der auch in der konventionellen Hotellerie Standard ist.“ Gleichzeitig verzichtet TIN INN auf Schnörkel und Überfluss, setzt lieber auf die Verwendung nachhaltiger Materialien und Upcycling. Die Hotels werden nachhaltig gebaut und betrieben. Gebrauchte Überseecontainer aus sehr widerstandsfähigem Cortenstahl, die jahrzehntelang um die Welt geschippert sind, bilden die stählerne Hülle der einzelnen Zimmer. Um den Gasten einen gewohnten Komfort gewährleiten zu können, sind alle Zimmer nach höchsten Standards veredelt worden. Die verlegten Teppiche wurden aus alten Fischernetzen gewebt. Aufgrund einer minimalen Versiegelung des Grundstücks und eines eigenen Wärmepumpenkonzepts kommt es zu einer deutlichen Minimierung des CO2-Fußab-drucks. Auch im täglichen Hotelbetrieb steht nachhaltiges Handeln im Fokus“, so Haiser weiter und verspricht: „Alle Details werden konsequent im Sinne der Umwelt umgesetzt.“
Die drei Gründer sind sich sicher: die gelungene Kombination von Digitalisierung und Nachhaltigkeit macht ihre Idee zu einem zeitgemäßen und zukunftsfähigen Konzept. TIN INN hat eine Nische in der Hotellandschaft gefunden, die nach eige: nen Angaben den aktuellen Bedürfnissen der Reisenden entspricht und dabei sowohl ökologisch als auch ökonomisch nachhaltig ist. Der Erfolg des Unternehmens spiegelt sich auch in mehreren Auszeichnungen und Preisen wider.
Sämtliche Zimmer sind klimatisiert und mit einem großzügigen Doppelbett In den hochwertig ausgestatteten Badezimmern wurden Marmor und Bambus verarbeitet. Die große Dusche ist ebenerdig und offen gestaltet. Während immer mehr Hotels auf eine Minibar verzichten, bietet das TIN INN diese als kostenlosen Service an. Dafür müssen die Gäste allerdings auf Frühstück verzichten. Ein Automat im Eingangsbereich bietet hier das Nötigste für den Start in den neuen Tag. Die Buchung der Zimmer erfolgt ausschließlich online, daher gibt es auch keine Rezeption. Auch der Personalaufwand halt sich in Grenzen: Für den Betrieb des 20-Zimmer-Hotels in Erkelenz sind neben Hotelmanager Christian Dorn nur zwei Reinigungskräfte im Einsatz.
Die Bauzeit für ein Containerhotel unternehmenseigenen „Containerwerk“ beträgt etwa drei Monate. Auf die Veredelung und Isolierung der unkaputtbaren Seefrachtcontainer besteht ein weltweites Patent. Derzeit befinden sich drei weitere im Bau. Bis Ende kommenden Jahres sollen acht weitere Neueröffnungen gefeiert werden, Für den Prozess der Konzipierung und der stetigen Verbesserung während der Entstehung haben wir uns bewusst Zeit genommen“, erklärt Ivan Mallinowski. „In zwischen arbeiten wir mit ausgewählten Unternehmen und Partnern zusammen, die das Thema Nachhaltigkeit genauso erst nehmen wie wir.“ Auch die digitale Basis des Hotels sei so optimiert, dass der Gast jederzeit bequem und tlexibel reisen könne.

„Wir sind so weit, dass wir das Ergebnis einfach und vielfach skalieren können. Die Nachfrage in den Kommunen ist groß und unser Bauprozess inzwischen routiniert und schnell.“ Derzeit liegen Anfragen aus 20 Städten für die Container-Hotels vor. Jetzt gehen die drei Gründer noch einen Schritt weiter und denken an den Bau von dringend erforderlichem Wohnraum für Studenten.
In den ersten Wochen nach der Neueröffnung kommt das neue Hotelangebot bei den Gästen in Erkelenz sehr gut an. „Wir haben eine hohe Auslastungsquote“, freut sich Nico Sauerland. „Dabei begrüßen wir nicht nur Monteure, sondern darüber hinaus auch Geschäftsreisende und an den Wochenende Radtouristen aus den Nieder-landen.“ je nach Belegung kostet die Übernachtung im TIN INN Erkelenz zwischen 69 und 125 Euro.

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